Sonntag, 22. August 2010

Angst um Hartz IV

Mit einer Infoveranstaltung wiesen Verdi-Mitglieder und weitere Sozialverbände am Freitag auf dem Husemannplatz auf eine Erwerbslosen-Demonstration in Oldenburg hin.

„Wir haben Hunger und Durst“, schrien die Demonstranten am Freitag, 17. September, auf dem Husemannplatz.
Mit Töpfen und Trillerpfeifen schlugen die Verdi-Mitglieder Krach für Erwerbslose.
Der Grund: Die Sparpolitik.

Bis Ende September will die Bundesregierung die Hartz IV-Sätze neu berechnen.

„Nun haben wir Angst, dass es dabei zu Kürzungen kommt“, gestand Norbert Hermann von der Sozialberatung Bochum.

Das Bundesverfassungsgericht forderte im Februar mehr Transparenz bei der Berechnung. Die Demonstranten wiesen gleichzeitig auf eine bundesweite Demonstration am 10. Oktober in Oldenburg hin.

„Krach schlagen statt Kohldampf schieben“, ist dass Thema der Demo. Die Forderung: mindestens 80 Euro mehr für Lebensmittel.
„Schließlich geht es auch um die gesunde und vielseitige Ernährung“, so Günter Nierstenhöfer von Verdi, „auch Erwerbslose haben darauf ein Recht“.
Bisher seien sie gezwungen bei Discountern nur das Billigste einzukaufen.

„Das ist ein Kreislauf“, erklärte Hermann, „die Discounter drücken nämlich die Preise der Produzenten“. Deswegen beteiligen sich bei der Demo in Oldenburg auch Milchbauern, die mehr Geld für ihr Produkt verlangen.

Ein weiteres Problem sei, so Hermann, dass immer mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen seien, „inzwischen muss man fast schon damit rechnen einmal in seinem Leben Hartz IV zu beziehen“.

Auch in Bochum seien die Erwerbslosen längst keine Randgruppe mehr.

Deswegen erhoffen sich die Organisatoren – Verdi, das Erwerbslosen Forum und weitere –, möglichst viel Beteiligung bei der Demo in Oldenburg um 15 Uhr im Lambertus-Saal am Rathausmarkt Oldenburg. Für die Fahrt dorthin wird ein Bus bereitgestellt. Mitglieder aller Gewerkschaften fahren umsonst mit, alle anderen bezahlen fünf Euro. Anmeldung bei Norbert Hermann s 0234-46 00 70 oder Bo-sozialberatung@t-online.de.

Bei der Demo in Oldenburg wird Dr. Rudolf Martens, vom Paritätischen Wohlfahrtsverband reden. Um möglichst viele Bürger zu informieren werden außerdem Zeitungen verteilt. 200 000 Exemplare ist die Auflage des „Extrablattes zum Einkommen und Auskommen“ stark.

Quelle: http://www.derwesten.de