Donnerstag, 11. August 2011

Hunderttausende Israelis demonstrieren für soziale Gerechtigkeit


Tausende Menschen gehen in dem jüdischen Staat auf die Straßen und protestieren.

Bei einer der größten Kundgebungen in der Geschichte Israels haben am Samstagabend landesweit Hunderttausende gegen die hohen Lebenshaltungskosten demonstriert.

Vom Norden bis in die Negev-Wüste im Süden gab es Protestveranstaltungen. Alleine in tel-aviv zogen rund 300.000 Menschen nach dem Ende des Sabbats durch die Innenstadt."Marschiert wie die Ägypter", stand auf einem der mitgeführten Plakate in Anspielung auf die erfolgreiche Protestbewegung im Nachbarland.

"Das Volk will soziale Gerechtigkeit", skandierten die Menschen in Sprechchören.

Erstmals beteiligte sich auch der Gewerkschaftsverband Histradut. Auch während der Demonstration versuchten immer noch tausende Menschen, durch verstopfte Seitenstraßen zum zentralen Kundgebungsort vorzudringen.

"Dies ist ein Ereignis, das einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Bürgern und Regierung darstellt", zitierte das Onlineportal "Ynet" Amram Mitzna, einen der Kandidaten für die Führung der oppositionellen Arbeitspartei.

Regierungschef Netanjahu zunehmend unter Druck

In Jerusalem versammelten sich mehr als 30.000 Demonstranten vor dem Wohnsitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Der zunehmend unter Druck geratende Regierungschef stellte eine Reihe von Reformen in Aussicht, unter anderem die Freigabe von Bauland und Steuererleichterungen.

Die Regierung werde schnell Schritte einleiten, um die steigenden Kosten zu senken, sagte Finanzminister Juwal Steinitz am Sonntag im israelischen Radio.

Die Massendemonstrationen bezeichnete er als beeindruckend.

Die israelischen Lebenshaltungskosten seien "ungerechtfertigt und unangemessen", so Steinitz.

Forderungen immer umfassender

Die Protestbewegung hatte vor mehr als drei Wochen mit einem kleinen Zeltlager im Zentrum von Tel Aviv als Ausdruck des Protests gegen die hohen Mieten begonnen.

Inzwischen sind die Forderungen viel umfassender und zum Teil auch unübersichtlicher geworden.

Es geht nicht mehr nur um das Wohnungsproblem, sondern unter anderem auch um die Gesundheitsversorgung, das Bildungssystem und die Steuerlast.

Der durchschnittliche Monatslohn in Israel liegt bei umgerechnet etwa 1800 Euro, Lehrer und Sozialarbeiter verdienen in der Regel weniger als 1400 Euro.

Eine normale Wohnung mit drei Zimmern ist in Jerusalem kaum unter 1000 Euro zu mieten, in Tel Aviv sind die Mieten noch höher.

Eine normale 100-Quadratmeter-Eigentumswohnung in mittlerer Wohnlage in Tel Aviv und Jerusalem kostet deutlich mehr als 400.000 Euro.

Geld reicht kaum bis zum Monatsende

"Das Leben in diesem Land ist hart.

Wir gehen zum Militär, wir arbeiten und zahlen viel Steuern und verdienen trotzdem nicht genug, damit es bis zum Monatsende reicht", sagte ein demonstrierender Student.

Eine Großmutter erklärte: "Es stimmt, dass wir keine hohe Arbeitslosigkeit haben.

Aber die Löhne sind so niedrig, dass wir wirklich schwer arbeiten und es trotzdem nicht bis zum Monatsende reicht."

Kommentar: Andere Länder, - Andere Sitten - Während Weltweit Menschen für Soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen, gehen in Deutschland Tausende für irgendeinen Scheiß-Bahnhof in Stuttgart auf die barikaden....echt tolles Absurdum!